Ist der PV-Export ohne Förderungen schwieriger? Die eigentliche Bewährungsprobe steht uns erst bevor.

2026-01-29

In letzter Zeit wird in der Branche viel über die Abschaffung der Exportförderung für Photovoltaikstrom ab dem 1. April 2026 diskutiert. Während einige steigende Kosten und einen verschärften Wettbewerb befürchten, war die Streichung der Förderungen unausweichlich. Die eigentliche Frage ist nun nicht mehr, was ohne die Förderungen zu tun ist, sondern wie man ohne sie überleben kann.

1. Mit Rabatten könnte jeder ins Ausland reisen; ohne sie überleben nur die Stärksten.

In den vergangenen Jahren war der Einstieg in den ausländischen Photovoltaikmarkt relativ unkompliziert, sofern man Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen und mit Fördermöglichkeiten anbot. Viele Projekte waren jedoch kaum rentabel, mit geringen Gewinnspannen und minimalen Systemkonfigurationen. Die Fördergelder wirkten wie ein Puffer und verschleierten die zugrundeliegenden Probleme. Jetzt, da die Fördergelder weggefallen sind, treten diese Probleme deutlich zutage.

2. Politische Änderungen offenbaren die wahre Stärke des Unternehmens

Nach Anpassungen der Fördergelder werden Unternehmen feststellen, dass Angebote, die sie früher annehmen konnten, nun bei Kunden auf Skepsis stoßen. Kunden stellen jetzt detailliertere Fragen zur Systemstabilität, zu Energiespeicheroptionen, Kostensenkungen und zum Kundendienst. Diese Fragen lassen sich nicht allein durch niedrige Preise beantworten. Entscheidend ist nicht der niedrigste Preis, sondern die Zuverlässigkeit der Produkte, die Ausgereiftheit der Lösungen und die langfristige Projektbetreuung.

3. Der Übergang vom Produktverkauf zum Systemverkauf ist unausweichlich.

Wenn wir die Entwicklungsstadien der Photovoltaikindustrie aufschlüsseln, wird Folgendes deutlich:

  • Frühphase: Verkauf von Komponenten, wo niedrigere Preise einen Vorteil bedeuteten.
  • Mittlere Phase: Photovoltaik plus Energiespeicherung wurde zum Standard.
  • Aktuelle und zukünftige Trends: Fokus auf Systeme, Szenarien und umfassende Lösungen.

Heutzutage streben ausländische Kunden eine stabile Stromversorgung, einen reduzierten Dieselverbrauch und einen langfristigen Betrieb in komplexen Stromnetzen an. Daher sind Begriffe wie „Photovoltaik + Energiespeicher“, „Mikronetze“ und „Energiemanagement“ in aller Munde. Die Branche befindet sich im Wandel, und zwar weit über die reinen politischen Auswirkungen hinaus.

4. Warum wir weiterhin optimistisch in Bezug auf PV- und Energiespeicherexporte sind?

Aus unserer Sicht konzentrieren wir uns auf drei Kernfragen:

  1. Kann diese Lösung den tatsächlichen Strombedarf der Kunden decken?
  2. Kann dieses System 5 bis 10 Jahre lang zuverlässig funktionieren?
  3. Lässt sich dieses Modell auf andere Länder übertragen?

Solange diese Fragen positiv beantwortet werden, ist das Vorhandensein oder Fehlen von Fördergeldern lediglich eine kurzfristige Variable. Viel wichtiger ist, dass in vielen Regionen eine stabile und steuerbare Stromversorgung ein Grundbedürfnis darstellt und Photovoltaik in Kombination mit Energiespeichern weiterhin eine äußerst kosteneffiziente Lösung ist.

Fazit

Die Anpassung der Rabatte mag zunächst wie ein Kostenschock wirken, dient aber langfristig als eine Art Gesundheitscheck für die Branche. Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten werden weiter wachsen, jene, die Anpassungen benötigen, werden Wege zur Verbesserung finden, und jene, die auf Subventionen angewiesen sind, werden nach und nach vom Markt verschwinden. Für die Branche ist dies nicht unbedingt negativ. Entscheidend für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens ist letztendlich, ob es über den Preis verkauft oder Wert schafft.